Frischgebackene Mutter - Das MUSST du sofort können

Freitag, 4. Januar 2019


Dieser Post liegt mir sehr am Herzen, und wollte ich schon die ganze Zeit veröffentlichen. Heute ist es endlich soweit. Mit diesem Post möchte ich mir auch etwas Luft machen, was das Thema frischgebackene Mutter angeht. Die Geburt eines neuen Erdenbewohner ist etwas magisches, einfach ein unbeschreibliches Lebensereignis. Jedoch wird dieses Erlebnis von Menschen schnell getrübt. Es wird nämlich verlangt, dass man sofort alles können soll. Kleine Fehler werden direkt scharf kritisiert als wäre man ein Schwerverbrecher. Zumindest habe ich das leider erlebt. Eigentlich sollte man Verständnis zeigen, wenn man gerade sein erstes Kind und nicht das xxx Kind bekommen hat, und somit schon Erfahrung hätte. Mit diesem Beitrag möchte ich auch anderen Mut machen, sich nicht unterkriegen zulassen.


Die Geburt war unkompliziert und einfach magisch. Schnell wurde das Ereignis jedoch getrübt. Das fing leider schon bei der Krankenschwester an. 

Stillen 
"Das erkläre ich nicht, dass müssen Sie schon selbst ausprobieren." Genau das waren die Worte der Krankenschwester auf der Entbindungsstation. WTF?? Sorry, aber ich habe zuvor noch nie gestillt und wie sollte ich wissen, wie ich richtig anlege etc. Sie hätte es mir wenigstens einmal zeigen können. Beim nächsten Mal hätte ich es dann selber ausprobiert. Zum Glück war das aber eine Ausnahme. Es gab zum Glück noch anderes Personal, was sich Zeit nahm.


Auf der Kinderstation ging der Druck weiter, dass sich gewundert wurde, wenn gefragt wurde. Den Grund, warum das Baby auf der Kinderstation war, möchte ich nicht sagen, es war aber nichts schlimmes. 

Man würde das Kind schreien lassen
Das war die heftigste Anschuldigung bzw. Unterstellung überhaupt. Mein Baby war gerade mal eine Woche auf der Welt. Ich konnte es leider nach der Geburt noch nicht direkt mit nach Hause nehmen. Es musste noch für ca. eine Woche auf die Kinderstation. Allein das sorgte schon für sehr viele Emotionen. Zum Glück bekam ich aber ein Bett auf der Kinderstation und konnte so bei meinem Kind sein. Nachteil war, dass noch ein anderes Baby sich im selben Zimmer befand. Das Baby schrie die ganze Nacht durch. Dadurch konnte leider auch mein Baby nicht durchschlafen und schrie ebenfalls. An Schlafen war darum nicht zu denken. Ich gebe schon zu, dass ich anfangs etwas überfordert war. Das dürfte aber auch kein Wunder sein, wenn man das erste Mal Mutter in seinem Leben wird und zusätzlich noch eine Ausnahmesituation hinzu kam. Hinzu kam, dass ich auch noch geschwächt von der Geburt war. Ich hatte nämlich viel Blut verloren. Ich wusste anfangs noch nicht wirklich, wie man ein Baby richtig beruhigt. Wie gesagt, die Geburt war erst eine Woche her und ich hatte zudem noch starke Blutungen. Ich versuchte das Baby zu beruhigen, aber es klappte eben noch nicht so gut. Am nächsten Tag wurde mir unterstellt, ich hätte das Baby schreien lassen UND geschlafen! Unfassbar! Noch heute rege ich mich sehr darüber auf. Ich war die ganze Nacht wach und hatte erst um 6 Uhr morgens die Augen zugemacht. Wie kann man bitte schlafen, wenn zwei Babys pausenlos schreien und dazu noch der Überwachungsmonitor dauernd bimmelt. Man sollte dafür Verständnis haben, dass gerade anfangs Babys eben pausenlos durchschreien können, auch wenn man versucht zu beruhigen. Es ist ja nicht so, dass man dabei einfach zuguckt, wenn das Baby schreit. Aber GENAU das wurde mir unterstellt: Ich hätte nichts getan und geschlafen.


Das Baby trinkt ja nur
"Das Baby ist ja nur am saufen." Genau, diesen Satz musste ich mir auch von dem lieben Krankenhauspersonal anhören. Vielen Dank!
Jedes Baby ist nun mal unterschiedlich und hat unterschiedlichen Hunger. Da ist es doch ganz normal, dass jedes Kind auch einen anderen Trinkbedarf hat. Diesen Kommentar hätte man sich echt sparen können.


Baby wickeln
Immer wieder musste ich mir öfters von Seiten anhören, dass ich ja noch so ängstlich beim Wickeln sei. Aha! Natürlich ist man am Anfang noch ängstlich. Alles ist schließlich neu und ungewohnt. Auf einmal liegt da ein neuer kleiner Mensch vor einem - so zerbrechlich und hilfsbedürftig. Man hat einfach Angst anfangs etwas falsch zu machen. Die Routine muss sich doch erst einmal einspielen. Ich hatte schließlich davor noch nie in meinem Leben ein Baby gewickelt bzw. angefasst.

Auch von der Hebamme gab es natürlich Kritikpunkte. Gerade sie sollte jedoch Verständnis zeigen, dass man beim ersten Kind etwas Geduld braucht.

Hebamme
"Du hast dich ja noch gar nicht in den Alltag eingefunden."
Ich denke mir nur so: Ach echt? Sorry, ich lebe erst seit knapp 5 Wochen mit dem Kind unter einem Dach. Mit diesem Vorwurf schon anzukommen ist schon krass.

Bürste
Ich hatte mir eine Bürste und Kamm gekauft, die extra für Babys ist. Das Haarset stammte aus einem bekannten Babygeschäft. Auch hier wurde natürlich kritisiert, dass man doch bitte ein andere Bürste kaufen sollte. Das hätte sie ja schon einmal gesagt und warum das bis heute noch nicht passiert ist. Der Ton macht übrigens die Musik. Aha. Das Baby war zu diesem Zeitpunkt noch keine 2 Monate alt.
Bis heute habe ich kein anderes Haarset gekauft :) Ich sehe nicht ein, ein härte Bürste zu kaufen. Die Kopfhaut eines Baby ist ja noch so empfindlich. Ich habe mal eine härtere Bürste getestet/ausgeliehen, dabei gingen dem Baby sehr viele Haare aus! Ich bleibe also vorerst bei meinem anfänglichen Haarset.



Fazit
An alle Schwangeren und die, die es noch werden wollen, lasst euch nicht unterkriegen. Die Geburt ist etwas wunderbares. Es wird leider immer Menschen geben, die einem alles vermiesen möchten oder es besser wissen. Klar hat eine Hebamme mehr Erfahrung und man sollte ihre Tipps annehmen, Wie man aber an meinem Beispiel sehen kann, ist das jedoch nicht immer der Fall. Hört hier auf euer Mutterherz. Nicht immer sind die Tipps einer Habamme blind zu übernehmen. Zudem fällt mir auf, dass in unserer Gesellschaft die Zeit ein hohes, wertvolles Gut geworden ist. Kaum einer hat noch Verständnis für einen anderen Menschen übrig. Es wird direkt verlangt, dass man alles können soll. Dabei wird ganz vergessen, dass eben alles seine Zeit braucht. Heute ist mein Baby fast 4 Monate alt. Es hat sich alles eingependelt. Die Handgriffe gehen fließend ineinander über als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Die anfängliche Ängstlichkeit ist wie weggeblassen. Ich weiß nun, was mein Baby braucht, wenn es schreit. Baby und Mutter haben sich quasi eingespielt. Und dafür war nur eins nötig: Zeit....Zeit, die heute kaum einer mehr hat. Die Vorwürfe hätte alle nicht sein müssen, wenn man genauer hingeschaut hätte und sich Zeit genommen hätte. Denn jeder fängst mal ganz klein ein.


Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben! Auch ich habe keine Kinder und vorher soll ich das denn auch alles wissen. Viele Sachen lernt man halt auch erst wenn man das Kind bekommen hat. Danke für deine Ehrlichkeit. :)

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  2. Sehr gut geschrieben - lass dich nicht unterkriegen!
    Ich bekomme im Mai mein erstes Baby, und bin mir sicher auch nicht alle sofort perfekt zu können, wie denn auch??? Alles im Leben ist ein Lernprozess. Ich hoffe, mein "Umfeld" reagiert dann etwas sensibler als bei Dir.

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